Spieltag 2 – Tönisvorster Think Tank

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Spieltagsaufgabe und Ziele

Die Aufgabe des zweiten Spieltags der diesjährigen Science League Saison bestand darin, ein Konzept für unseren FoodConnect Markt zu entwickeln und anzufangen, dieses im Modell zu umzusetzen. Außerdem sollte mindestens ein technisches Element eingebaut und genutzt werden und natürlich sollten wie in jedem Spieltag die Wünsche und Bedürfnisse der Persona berücksichtigt und erfüllt werden.

Unsere Ziele für den Spieltag waren schnell gesetzt: Wir wollten ein klares Konzept entwickeln, mit dem wir unseren Markt möglichst nachhaltig und umweltfreundlich, aber auch sozial gestalten und umsetzen können. Zudem mussten natürlich die Persona berücksichtigt und miteingebunden werden. Dafür haben wir die Bedürfnisse und Wünsche der Persona sowohl von diesem als auch von den kommenden Spieltagen definiert. So hatten wir einen groben Überblick, um auch die nächsten Spieltage gut angehen zu können. Diesen Spieltag gab es die folgenden drei Persona:

Simone ist Erzieherin und hat zwei Kinder. Sie wünscht sich, dass Einkaufen keine Stresssituation ist, sondern entspannt ist und Spaß macht. Vor allem durch ihren Kinderwagen ist das jedoch oft kompliziert. Daher sind breite Gänge sowie Ruhezonen für sie wichtig.

Alma sitzt seit zehn Jahren im Rollstuhl und braucht daher Barrierefreiheit um den Alltag wie alle anderen auch genießen zu können. Sie findet, dass Einkaufen für alle Spaß machen sollte. Daher wünscht sie sich, wie Simone auch, breite Gänge für ihren Rollstuhl und Barrierefreiheit im Generellen.

Elias ist Innenarchitekt und wünscht sich einen modernen FoodConnect-Markt und moderne Umgebung. Außerdem findet er, dass der FoodConnect-Markt logisch aufgebaut sein sollte, Wege intuitiv führen sollten und passende Lebensmittel nahe aneinander stehen sollten.

Vorgehensweise

Uns war von Anfang an relativ klar, dass wir unseren FoodConnect Markt als Supermarkt aufbauen wollen, in dem man gerne seine Lebensmittel einkauft und der nachhaltig ist. So stießen wir auf das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit, das uns als Inspiration für unseren Supermarkt diente. Alle drei Säulen, Ökologie, Ökonomie und Soziales, sollten in unserem Modell erfüllt werden.

Als unsere Grundidee stand, gingen wir dazu über, einen konkreten Plan für unser Modell zu entwickeln. Dafür haben wir uns erstmal mithilfe des Flyers und den Persona einen Überblick darüber verschafft, welche Elemente unser Modell über die ganze Saison gesehen beinhalten muss. Anschließend haben wir die Informationen zusammengeführt und waren so in der Lage in unserem Plan Platz für verschiedene Elemente einzuplanen:

1.        Ein großes Element ist natürlich der Supermarkt, der den hauptsächlichen Teil dieses Spieltags ausmachte. Hier haben wir auf breite Gänge, für Kinderwagen und Rollstühle und auf Barrierefreiheit geachtet. Durch Drehtüren am Ein- und Ausgang kann jede Person den Laden nutzen und niemand wird behindert. In unserem Markt führen die Wege intuitiv. Unser Konzept ähnelt dem eines Ikeas: ein Hauptweg, der durch alle Abteilungen führt und verschiedene Abzweigungen bzw. Abkürzungen, damit man nicht immer den ganzen Markt durchlaufen muss.

2.        Platz für den Anbau von Lebensmitteln in Form von Vertical Farming wurde für den nächsten Spieltag gelassen.

3.        Wir hatten ebenfalls den Plan, lokale Landwirte mit in unser Konzept miteinzubinden. So wird der Markt sozial und ökonomisch nachhaltig und fördert lokale Landwirtschaft. Die Landwirte können dabei Fläche zum Anbau von Lebensmitteln mieten, sowohl ihre Waren direkt an unserem Markt verkaufen, wofür wir ebenfalls Fläche eingeplant haben.

4.        Eine große Fläche vor unserem Gebäude ist für Parkplätze für Fahrräder und Autos, sowie Ladesäulen für E-Autos reserviert. Hier finden sich ebenfalls Grünflächen und ein Spielplatz für Kinder und ihre Eltern. Das fördert den sozialen Aspekt und hilft Eltern wie Simone, die beim Einkaufen, auch mit Kindern, entspannen wollen. Der Außenbereich dient außerdem dazu, auch Ruhezonen zu haben, in dem man andere Leute treffen kann oder einfach keinen Stress hat.

Wir legten außerdem, nach einigen Diskussionen, den Maßstab 1:60 fest, in dem wir unser Modell bauen wollten.

 

Neben sich selbst öffnenden Drehtüren haben wir ein weiteres technisches Element integriert. Die Idee dafür kam uns, als wir beim Einkaufen selbst eine Rollstuhlfahrerin sahen, die Probleme hatte, die oberen Regalreihen zu erreichen. Natürlich halfen wir ihr. Anschließend fragten wir uns, wie man dieses Problem lösen könnte und haben uns dazu entschieden, ein Konzept für höhenverstellbare Regale zu entwickeln. Diese könnten, wenn man etwas benötigt heruntergefahren werden, sodass auch Rollstuhlfahrer (wie Alma) jede Ware gut erreichen können. Sobald die Waren nicht mehr benötigt werden, können diese hochgefahren werden und verbreitern so die Gänge. Diese Idee kombinierten wir mit dem Konzept des Paternoster-Regals. So können die Regale auch direkt zum Beispiel in den Keller gefahren werden, um sie dort zu befüllen und die Waren direkt für den Kunden verfügbar zu machen.

In unserem kurzen Video erkennt man wie wir dieses Regal auch im Modell umgesetzt haben.

 

Unser Modell wird durch verschiedene weitere Aspekte noch nachhaltiger:

Zum einen werden unsere Wände begrünt. Wir sind dann auf den Grünen Bunker in St. Pauli gestoßen, der ebenfalls begrünte Fassaden und Dächer hat und haben uns entschieden ihn als Vorbild zu verwenden. Ein solches Design trägt zur Klimaneutralität bei und ist zum anderen modern, was Elias freuen sollte.

Ein weiterer technischer Aspekt ist die Energiegewinnung. Sie wird in unserem Modell selbst erzeugt, und zwar auf nachhaltige Weise, mithilfe von Solarzellen. So wird vor allem das Dach unseres Marktes zu einem ökologisch sehr nachhaltigen Element in unserem Modell.

Um unnötigen Müll und Verschwendung von Lebensmitteln zu verringern, nutzen wir in unserem Modell die Idee der Circular Economy (Kreislaufwirtschaft). Mit diesem Prinzip beschäftigen wir uns im Dechemax Wettbewerb bereits und haben es für unser Modell hier übernommen. Wir sind darüber hinaus auf das Anti-gaspillage-Gesetz (Anti-Verschwendungs-Gesetz) in Frankreich gestoßen. Dieses Gesetz enthält viele nachhaltige Ideen, wie die Abschaffung von Einwegplastik, Spenden von nicht verkaufter Ware, Recycling und die Unterscheidung von Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum. All diese Ideen wollen wir in unserem Markt miteinbinden.

Herausforderungen

Ein Thema, das uns recht am Anfang unserer Arbeit vor Probleme gestellt hat, war das Festlegen eines Maßstabs für unser Modell. Wir wollten, dass das Modell möglichst realistisch bleibt und somit brauchten wir einen Maßstab, in dem wir das ganze Modell bauen konnten. Es musste genug Platz für alle Elemente vorhanden sein, daher durfte der Maßstab nicht zu groß sein. Gleichzeitig wurde die Arbeit in einem kleineren Maßstab jedoch deutlich schwieriger. Nach einigen Überlegungen und Berechnungen einigten wir uns jedoch auf den Maßstab 1:60.

Vor allem die Umsetzung der smarten Paternoster-Regale waren im Maßstab schwierig. Daher haben wir es erst einmal nur in etwas größer gebaut, um die Funktionsweise zu veranschaulichen. Unser Ziel ist es jedoch, es auch noch im Maßstab umzusetzen.

Auch war die Zeit, ein Problem, da wir in den Weihnachtsferien relativ wenig an unserem Konzept gearbeitet haben, was zum Teil auch daran lag, dass einige Personen aus unserem Team im Urlaub waren. So mussten wir danach viel am Konzept und Modellbau arbeiten.

Zusammenfassung

Insgesamt sind wir zufrieden mit unseren Ergebnissen. Unser Konzept für einen FoodConnect-Markt, der technische Aspekte mit sozialem Nutzen verbindet, steht.

Auch der Bau des Modells hat begonnen und die Kernaspekte unseres Konzepts des Supermarkts sind bereits umgesetzt. Platz für kommende Spieltage ist im Modell gelassen.

Nachhaltigkeit wird in drei verschiedenen Bereichen erreicht:

Im Bereich der Ökologie sind Aspekte wie begrünte Wände und Dächer, Energiegewinnung durch Solarzellen und E-Ladesäulen, aber auch Konzepte wie die Circular Economy oder das Anti-gaspillage Gesetz wichtig.

Ökonomisch nachhaltig wird der Markt dadurch, dass lokale Landwirte miteingebunden werden und nicht nur im Markt direkt anbauen, sondern auch verkaufen können.

Soziale Aspekte sind auch reichlich vorhanden, beispielsweise in Form der Barrierefreiheit, des Spielplatzes oder dem Außenbereich für Entspannung und sozialen Austausch. Auch die Regale tragen zur sozialen Nachhaltigkeit bei.

Mit unserem Konzept freuen wir uns auf die nächsten Spieltage und darauf, uns mit dem Anbau der Lebensmittel und der digitalen Unterstützung des Marktes auseinander zu setzen.

 

Weitere genutzte Quellen:

-              https://meinfrankreich.com/anti-gaspi-frankreichs-bekaempft-verschwendung/

-              https://www.akad.de/blog/ratgeber/dimensionen-nachhaltigkeit/

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