Spieltag 4 – Gerstengötter

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Spieltagsaufgabe und Ziele

„Bieeeeeep!“ Dieses Geräusch haben wir an diesem Spieltag ziemlich oft gehört. Wir haben viel gewerkelt, ausprobiert und keine Mühen für die Personas gescheut. In diesem Blogbeitrag erfahrt ihr, was es Neues im FoodConnect-Markt gibt, warum KI nicht immer die perfekte Lösung ist und was es mit diesem verdammten „Bieeeeeep!“ auf sich hat.

Die zentrale Aufgabe dieses Spieltags war die Entwicklung eines digitalen Werkzeugs, das Tätigkeiten rund um den Markt vereinfacht. Dabei sollte bereits erkennbar sein, wie das Werkzeug funktioniert und wie es die Besucher:innen im Alltag konkret unterstützt. Wie auch in den vorherigen Spieltagen spielten die Personas eine zentrale Rolle. Diesmal begleiten uns Hildegard, Meera und Renita:

Hildegard ist Rentnerin und lebt allein. Das Einkaufen fällt ihr schwer, weshalb eine Bestellfunktion für sie eine große Hilfe ist. Dank ihrer Enkelkinder kann sie ein Smartphone gut bedienen.
Meera möchte vermeiden, umsonst einkaufen zu gehen, weil Produkte nicht verfügbar sind. Sie wünscht sich eine Übersicht über den aktuellen Artikelbestand.
Renita ist neu in die Stadt gezogen und sucht Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen – sowohl analog als auch digital.

Unser Ziel als Team war es, unsere bereits bestehende digitale Plattform weiterzuentwickeln. Da wir in den vorherigen Spieltagen bereits erste Grundbausteine der App umgesetzt haben, konnten wir diese nun gezielt erweitern. Wichtig war uns, jeder Persona gerecht zu werden und ihre Wünsche sinnvoll in die App zu integrieren. Außerdem sollte die App nicht nur theoretisch funktionieren, sondern so gestaltet sein, dass man die neuen Funktionen auch ausprobieren kann.

Ein weiteres zentrales Ziel war es, die digitalen Lösungen nicht nur in der App zu belassen. Eine Bestellung ist eben mehr als nur ein Klick auf dem Smartphone – sie sollte auch im Modell sichtbar und nachvollziehbar sein. Konkret haben wir uns für diesen Spieltag folgende Ziele gesetzt:

  1. Erweiterung der bestehenden App durch Bestell-, Artikelbestands- und Communityfunktionen
  2. Verknüpfung der digitalen Lösung mit dem physischen Modell
  3. Für jede Persona mindestens eine konkrete, alltagstaugliche Lösung

Vorgehensweise

Wie auch an den vorherigen Spieltagen begann unsere Arbeit mit einer ausführlichen Planungsphase. Wir haben uns zusammengesetzt, Ideen gesammelt und diese den einzelnen Personas zugeordnet. Dabei entstanden unter anderem die Idee einer Kasse, die mit der App verbunden ist und den Artikelbestand live aktualisiert, sowie der Vorschlag eines neuen Bistros als Treffpunkt für die Menschen im Markt. Alle Ideen wurden zunächst recherchiert, da alles, was wir in das Modell integrieren, fundiert und realistisch umsetzbar sein sollte.

In der Umsetzung haben wir für jede Persona konkrete Lösungen entwickelt:

Hildegard kann ihren Einkauf nun über die App nach Hause bestellen. Für Lieferungen gibt es einen Lieferwagen, zusätzlich aber auch neue, platzsparende Konzepte. Auf dem Dach des Marktes befindet sich nun eine Drohne, und auf der Parkfläche stehen kleine autonome Fahrzeuge, die ebenfalls Lieferungen übernehmen können. Dieses Pilotprojekt zeigt, wie alternative Verkehrsmittel in Zukunft im Alltag eingesetzt werden könnten. (Bild 1)

Für Meera gibt es nun eine Live-Ansicht des Artikelbestands in der App. Sobald ein Produkt verkauft wird, ändert sich der Bestand automatisch. Um diese digitale Funktion auch im Modell sichtbar zu machen, haben wir außerhalb des Maßstabs eine Kasse gebaut, mit der exemplarisch zwei verschiedene Produkte eingescannt werden können. Der Bestand in der App wird dabei direkt angepasst. Da das nicht auf Anhieb funktionierte, erklang beim Ausprobieren sehr oft dieses „Bieeeeeep“ an der Kasse. (Bild 2)

Um Menschen wie Renita das Knüpfen neuer Kontakte zu erleichtern, haben wir eine Rooftop-Bar eingerichtet. Sie lädt dazu ein, den FoodConnect-Markt nicht nur zum Einkaufen zu nutzen, sondern auch zum Verweilen und Austauschen. Digital ergänzt wird dies durch ein schwarzes Brett in der App, auf dem Bürger:innen selbst Nachrichten, Gesuche, Angebote oder Informationen posten können. Um ein realistisches Nutzungsszenario zu zeigen, werden dort zufällige Beispielbeiträge angezeigt. Da nicht alle Menschen über ein eigenes digitales Endgerät verfügen, gibt es zusätzlich große Touchscreens im Verkaufsbereich sowie im Außenbereich, wobei diese auch außerhalb der Öffnungszeiten genutzt werden können. Schaut zu Renita und den Personas gerne auch das Video an. (Bild 3)

Darüber hinaus gibt es weitere Neuerungen im Modell. Einkäufe können nun auch zur Abholung bestellt werden und stehen für zwei Stunden (in der App testweise zwei Minuten) im Abholregal bereit. Durch den Live-Artikelbestand und Vorbestellungen können Überproduktion und Lebensmittelverschwendung reduziert werden. Außerdem wurde die komplette Parkfläche gestaltet. Dabei wurde deutlich, wie viel Platz Autos benötigen. Deshalb haben wir neben Parkplätzen für Autos vorrangig Fahrrad- und Fahrradanhängerstellplätze, einen Kinderwagenparkplatz, Behindertenparkplätze, E-Auto-Ladestationen sowie eine angrenzende Bushaltestelle integriert, weil hier unsere Priorität lag. Ergänzend wurden Rettungstreppen gebaut, die auch einen externen Zugang zum Dach ermöglichen. (Bild 4)

Zusätzlich haben wir Hinweise, Tipps und Rückmeldungen von Coaches, Jury und anderen Personen aus vorherigen Spieltagen berücksichtigt. So wurden mehrere Hilfebutton-Attrappen im Verkaufsbereich ergänzt, ein Aufsichtsposten für die Spielecke eingerichtet und ein Warnschild am Glasboden des Dachgewächshauses angebracht, um unangenehme oder unsichere Situationen zu vermeiden. (Bild 4)

Als Special haben wir einen echten Naturteich mit Wasser und Pflanzen in den FoodConnect-Markt integriert. Er verbessert das Mikroklima durch Verdunstung, schafft Lebensraum für Kleinstlebewesen und fördert so die Biodiversität direkt im Markt. Gleichzeitig macht er nachhaltige Kreisläufe sichtbar und bietet einen ruhigen Aufenthaltsbereich zwischen digitalen und technischen Marktbereichen. (Bild 4)

Herausforderungen

Die größte Herausforderung dieses Spieltags war die zunehmende Komplexität. Mit immer mehr Bauteilen wurde es schwieriger, den Überblick zu behalten. Besonders betroffen waren der Arduino mit seinen vielen Sensoren und Kabeln, die Vielzahl an Ideen und Informationen sowie die Arbeit mit KI.

Beim Arduino half es, Kabel konsequent zu beschriften und so zu verlegen, dass sie gut erreichbar bleiben. Gegen das Ideenchaos gab es nur eine Lösung: Aufschreiben, aufschreiben, aufschreiben. So konnten wir jederzeit auf Notizen zurückgreifen. Beim Einsatz von KI zeigte sich, dass lange Prompts und einfaches Copy-and-Paste nicht zuverlässig funktionieren. Geduld, regelmäßige Backups und ein grundlegendes Verständnis des Codes waren hier entscheidend.

Zusammenfassung

In diesem Spieltag ist ein echtes digitales Element entstanden, das den FoodConnect-Markt sinnvoll ergänzt. Für alle Personas wurden Lösungen entwickelt, bei denen im Modell klar erkennbar ist, wie App und Markt zusammenarbeiten. Das Modell wirkt zunehmend vollständiger und realistischer, was uns beim Bauen motiviert und zeigt, dass sich die Mühe gelohnt hat.

Wir wünschen allen teilnehmenden Teams viel Erfolg beim großen Finale in der DASA in Dortmund!

 

Quellen

Digitale Anwendungen im Handel

FoodNotify: FoodNotify App – Digitale Bestandsführung im Einzelhandel
URL: https://www.foodnotify.com/de/foodnotify-app
Zugriff: 10.05.2026

Bundesverband Onlinehandel (BVOH): HDE Online-Monitor 2025 – Onlinehandel zurück auf Wachstumskurs
URL: https://bvoh.de/hde-online-monitor-2025-onlinehandel-zurueck-auf-wachstumskurs/
Zugriff: 10.05.2026

 

Smart City & digitale Kommunikation

Smart City Dialog: WALDI – Deine Region in deiner Tasche (Smart-City-Anwendung für Bürger:innen)
URL: https://www.smart-city-dialog.de/wissen/smart-city-loesungen/waldi-deine-region-deiner-tasche
Zugriff: 09.05.2026

 

Digitale Interaktion & Benutzeroberflächen

Autor/in: Natalia-Charis Thrasidi
Yodeck: Digital Signage – Nutzung öffentlicher digitaler Informationssysteme
URL: https://www.yodeck.com/use-cases/public-spaces-digital-signage
Zugriff: 07.05.2026

 

Mobilität & autonome Systeme
BASF: Future of Mobility – Trends und Entwicklungen im Bereich Mobilität
URL: https://www.basf.com/global/de/media/magazine/creatingchemistrystories/2025/future-of-mobility
Zugriff: 02.05.2026

 

Umweltbundesamt: Nachhaltige Mobilität und Flächennutzung im Verkehr
URL: https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/nachhaltige-mobilitaet
Zugriff: 10.05.2026

Fraunhofer IKS: Autonomes Fahren – Forschung und Entwicklung
URL: https://www.iks.fraunhofer.de/de/themen/autonomes-fahren.html
Zugriff: 02.05.2026

Emqopter: Lieferdrohnen – autonome Luftlogistik
URL: https://www.emqopter.de/de/lieferdrohne.php
Zugriff: 02.05.2026

Autor/in: Maya Graef
WDR: Rewe testet selbstfahrende Lieferfahrzeuge in Bochum
URL: https://www1.wdr.de/nachrichten/rewe-bochum-testet-selbstfahrend-lieferwagen-100.html
Zugriff: 02.05.2026

 

Nachhaltigkeit & Lebensmittelverschwendung

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): Lebensmittelverschwendung reduzieren – Strategien und digitale Ansätze in der Wertschöpfungskette
URL: https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittelverschwendung/lebensmittelverschwendung_node.html
Zugriff: 09.05.2026

 

Künstliche Intelligenz & digitale Systeme

Autor/in: Efosa Udinmwen
TechRadar: Even the most advanced AI models fail more often than you think on structured outputs — raising doubts about the effectiveness of coding assistants
URL: https://www.techradar.com/pro/even-the-most-advanced-ai-models-fail-more-often-than-you-think-on-structured-outputs-raising-doubts-about-the-effectiveness-of-coding-assistants
Zugriff: 26.04.2026

 

Stadtteiche und ihre ökologische sowie soziale Bedeutung

Autor/in: Aurélie Boissezon & Adrienne Sordet
Städtische Teiche für Menschen und Natur – Bedeutung von urbanen Gewässern für Biodiversität, Klima und Lebensqualität
URL: https://biodiversity.scnat.ch/publications/hotspot/hotspot_51_25/st_dtische_teiche_f_r_menschen_und_natur
Zugriff: 05.05.2026

Autor/in: Hugh McDonald
Ecologic Institute: Urbane Wasserflächen und ihre Rolle für Umwelt, Biodiversität und gesellschaftliche Wirkung
URL: https://www.ecologic.eu/de/17766
Zugriff: 05.05.2026

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