Spieltag 2 – A.I.B

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Spieltagsaufgabe und Ziele

Die Spieltagsaufgabe bestand darin, unseren FoodConnect-Markt konzeptionell weiterzuentwickeln und mit dem Bau eines maximal 1 × 1 Meter großen Modells zu beginnen. Ziel war es, ein durchdachtes Marktkonzept zu entwerfen, das technische, soziale und organisatorische Aspekte sinnvoll miteinander verbindet und dabei gezielt auf die Bedürfnisse der drei Persona Simone, Alma und Elias eingeht.

Für diese Saison haben wir uns fünf zentrale Leitsätze gesetzt:

  • Wir gestalten ein modernes Gebäude, das durch intelligente Technologien Komfort, Effizienz und Zukunftsfähigkeit vereint.
  • Wir schaffen ein vollständig barrierefreies Gebäude, das allen Menschen einen uneingeschränkten Zugang ermöglicht.
  • Wir entwickeln ein nachhaltiges Gebäude, das Ressourcen schont und langfristig verantwortungsvoll genutzt werden kann.
  • Wir legen großen Wert auf ein ästhetisches und designorientiertes Erscheinungsbild.
  • Wir tragen aktiv zur Verbesserung des lokalen Klimas bei und fördern ein gesundes Umfeld.

Vorgehensweise

Zu Beginn des Spieltags führten wir mehrere Teammeetings durch, in denen Aufgaben klar verteilt wurden. Jede Person wusste dadurch genau, wofür sie verantwortlich ist, und konnte gezielt Ideen und Vorschläge ausarbeiten. In weiteren Treffen wurden diese Ideen dann in unseren Bauplan integriert. So stellten wir sicher, dass nur die Konzepte umgesetzt wurden, die am besten zu unserer Vision eines nachhaltigen und sozialen Marktes passen.

Im nächsten Schritt erstellten zwei Teammitglieder einen detaillierten Gebäudeplan. Darauf aufbauend wurde eine Material- und Einkaufsliste erstellt, um einen reibungslosen Start des Baus zu ermöglichen.

 

Simone

Simone, eine alleinerziehende Mutter, wünscht sich ein stressfreies und familienfreundliches Einkaufserlebnis. Als alleinerziehende Mutter steht sie häufig unter Zeitdruck. Einkaufen soll für sie keine zusätzliche Belastung sein, sondern eine kurze Auszeit vom Alltag. Aus diesem Grund integrierten wir ruhige Zonen, sowie einen Kindergarten in der zweiten Etage des Marktes. Dieser grenzt direkt an einen großen Gemeinschaftsraum, sodass Eltern währenddessen in Ruhe den Einkauf erledigen können und im Gemeinschaftsraum durch Fenster jederzeit Sichtkontakt zu ihren Kindern haben. Eine ehrenamtliche Betreuungsperson unterstützt den Kindergarten und sorgt für eine sichere Umgebung. Außerdem können so neue soziale Kontakte geknüpft und gepflegt werden.

Zusätzlich haben wir besonders breite Flure eingeplant, damit sich Kundinnen und Kunden mit Einkaufswagen problemlos bewegen können und es nicht zu Staus kommt.

Alma

Alma ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Um ihren Aufenthalt im FoodConnect-Markt zu erleichtern, haben wir ein barrierefreies Konzept entwickelt. Breite Gänge ermöglichen ein komfortables und eigenständiges Einkaufen mit dem Rollstuhl oder Kinderwagen. Enge Stellen und unübersichtliche Wege werden bewusst vermieden.

Ein zentrales Element sind die sogenannten Doppelregale, bei denen identische Produkte sowohl im oberen als auch im unteren Regalbereich platziert sind. Dadurch können Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sowie kleinere oder ältere Menschen alle Produkte selbstständig erreichen. Ergänzt wird das Konzept durch einen Aufzug von der Tiefgarage bis in die oberen Etagen, barrierefreie Parkplätze sowie extra breite, automatische Türen. Auch im Badezimmer wurden Vorkehrungen getroffen, um es möglichst barrierefrei zu gestalten. Ein tief hängendes Waschbecken und eine Stütze neben der Toilette ermöglichen es ihm, die sanitären Einrichtungen selbstständig zu nutzen. Zusätzlich erleichtern Brailleschrift und Piktogramme blinden und farbenblinden Menschen die Orientierung. So wird Einkaufen wieder zu einer Freude und ist keine frustrierende Tätigkeit.

Elias

Elias legt großen Wert auf Übersichtlichkeit, klare Strukturen und eine logische Anordnung der Produkte. Für ihn soll der Einkauf möglichst effizient und ohne lange Suchzeiten ablaufen. Aus diesem Grund haben wir den FoodConnect-Markt in klar definierte Warengruppen unterteilt. Dazu gehören unter anderem Obst und Gemüse, Backwaren, Fleisch und Fisch sowie konservierte und haltbare Produkte. Durch diese eindeutige Gliederung können sich Kunden schnell orientieren und gezielt die Bereiche ansteuern, die sie benötigen.

Zusätzlich haben wir großen Wert auf ein durchdachtes Regal gelegt. Die Regale sind nach dem klassischen Vier-Zonen-System aufgebaut, das sich an der ergonomischen Erreichbarkeit orientiert. Häufig genutzte Produkte befinden sich auf Augenhöhe, da sie dort am schnellsten wahrgenommen und entnommen werden können. Dieselben Produkte sind jedoch zusätzlich im unteren Regalbereich platziert, sodass sie auch für Kinder, kleinere Menschen oder Rollstuhlfahrer problemlos erreichbar sind. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Körpergröße oder Mobilität gleichberechtigten Zugang zu den Waren haben.

 

Technisches Element

Als technisches Element wir eine automatische Tür integriert. Diese wird mithilfe eines HC-SR04-Ultraschallsensors gesteuert, der einen Servo aktiviert. Erkennt der Sensor ein Objekt, zum Beispiel eine Person oder einen Kinderwagen, innerhalb von 10 Zentimetern, öffnet sich die Tür automatisch. Dadurch wird der Zugang zum Markt besonders komfortabel und barrierefrei gestaltet. Außerdem bauen wir noch einen Aufzug von unserer Tiefgarage bis in den 2. Stock, um noch mehr Barrierefreiheit zu gewährleisten. Auf unser Dach bauen wir noch Solaranlagen, um möglichst Energieunabhänig zu sein.

Herausforderungen

Am Anfang lag die Priorität darauf, einen klaren Bauplan zu entwickeln, doch dabei traten jedoch früh Probleme auf, da einige Wünsche der Persona zunächst nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Nach einer gemeinsamen Überarbeitung des Plans, bei der alle Anforderungen der Persona systematisch eingebunden wurden, konnten wir strukturiert mit dem Bau beginnen.

Da die Wände des Modells nicht in unseren Lasercutter passten, wurden sie nicht nur im JAG-Lab unserer Schule, sondern auch im Fab-Lab der HRW zugeschnitten. Anschließend fertigten wir Fenster- und Türöffnungen präzise mit dem Lasercutter an. Für die Wände entschieden wir uns für hohle Doppelwände, um Kabel, Fenster und technische Elemente problemlos integrieren zu können. In einer realen Umsetzung könnten diese Hohlräume zusätzlich mit Dämmmaterial gefüllt werden, was Heizkosten einspart. Die Fenster bestehen aus Plexiglas, das im Fab-Lab geschnitten und anschließend in die Wände eingeklebt wurden.

Eine besonders große Herausforderung stellte die Planänderung zur Halbzeit des Spieltags dar. Nahezu alle bereits geschnittenen Wände mussten neu gecuttet werden werden. Diese Entscheidung war jedoch bewusst getroffen, da sie es uns ermöglicht, eine Tiefgarage unter dem Markt zu bauen. Dadurch entsteht oberirdisch mehr Platz für Grünflächen, was die reflektierende Oberfläche erhöht und zur Reduzierung von Hitze beiträgt. Zusätzlich haben wir uns für eine Moosfassade entschieden, die Schadstoffe und Feinstaub aus der Luft filtert, Wasser speichert und durch Verdunstung die Umgebungstemperatur senkt. Unser Ziel ist es, die Albedo von unserem Markt über 50% zu halten.

Auch innerhalb des Teams kam es zeitweise zu Kommunikationsproblemen und nicht eingehaltenen Absprachen, die zu Stress und Zeitdruck führte. Nach einer offenen und konstruktiven Aussprache konnten diese Probleme jedoch gelöst werden. Anschließend arbeiteten wir strukturierter, zielgerichteter und deutlich produktiver zusammen.

Zusammenfassung

Mit dem Ergebnis des Spieltags sind wir sehr zufrieden. Trotz zahlreicher Herausforderungen konnten wir diese gemeinsam konstruktiv bewältigen. Besonders die Planänderung, die Kommunikationsprobleme im Team und der hohe Zeitdruck haben uns sowohl fachlich als auch als Gruppe weitergebracht. Wir sind motiviert, offen für neue Ideen und gut vorbereitet auf die kommenden Spieltage der Saison.

 

Quellen:

https://www.shopdirect-online.de/ratgeber/warenpraesentation/warenplatzierung-warum-der-platz-im-regal-niemals-zufall-sein-sollte/#h2-e3k5pl

https://www.ehi.org

https://www.who.int/health-topics/disability

https://www.umweltbundesamt.de

https://climate.nasa.gov

https://www.benning-dachbegruenung.de/aktuelles/tiefgaragenbegruenung/

https://moosmoos.de/gruene-architekturprojekte/

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