Spieltag 2 – OpenBrain

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Spieltagsaufgabe und Ziele

In diesem Spieltag ging es an die konkreten Ideen und die Umsetzung des Konzepts. Wir haben uns als Team entschieden, wesentlich mehr Zeit in die Recherche zu investieren, bevor wir ein Konzept entwerfen, als in den Jahren zuvor. Um ein schlüssiges und tragfähiges Modell zu entwickeln, braucht man durchdachte Ideen und Lösungsansätze. Wir hatten in der Vergangenheit nämlich immer wieder das Problem, dass wir erst beim Bau des Modells Aspekte entdeckt haben, die konstruktiv nicht tragfähig waren. Deshalb wollten wir jetzt viel Denkarbeit investieren und das Modell bereits vorab von Anfang bis Ende durchplanen. Es geht dabei nicht immer nur um die großen Ideen, sondern auch um die vielen Details, wie z. B. die Vor- und Nachteile einer Glasfläche oder einer bestimmten Raumaufteilung.

Unsere Idee: Um den sozialen Austausch zu fördern, haben wir uns entschieden, ein Café an den Supermarkt anzuschließen. Dieses Café sollte nicht nur zum Frühstücken gut sein, sondern auch als Working-Space, Treffpunkt und Spielecke für Kinder dienen. Dabei ging es in diesem Spieltag nicht nur um die praktische Umsetzung, sondern auch um die drei Personen Simone, Alma und Elias, deren Wünsche und Bedürfnisse wir besonders berücksichtigen wollten.

Unser übergeordnetes Ziel war es, möglichst realitätsnah und umsetzbar zu denken. Unser Konzept sollte nicht einfach pure Science-Fiction sein, aber auch nicht ein steriler Supermarkt, wie wir ihn heute kennen. Wir wollten einen realistischen, praktischen und gleichzeitig zukunftsfähigen „Food-Connect-Markt“ entwerfen. Der Markt sollte so gestaltet sein, dass wir selbst gerne darin einkaufen gehen und dort unsere Zeit verbringen würden. Verrückte Ideen, wie Robotergreifarme in jedem Regal, haben wir wieder verworfen, weil wir nach umfassender Prüfung festgestellt haben, dass der Mehrwert begrenzt ist und, dass das Projekt dadurch unrealistisch wirken würde.

In unserem Markt sollte die Technik den Menschen helfen, effizienter und müheloser einzukaufen. Wir wollten jedoch vermeiden, dass die Menschen dadurch voneinander abgetrennt und sozial isoliert werden. Unser Markt sollte die Menschen „connecten“, nicht „disconnecten“! Das Einkaufen soll Spaß machen und einfach sein. Man sollte nicht gezwungen sein, bargeldlos zu bezahlen oder keinen Einkaufswagen zu nutzen, aber die Möglichkeit dazu sollte bestehen.

Vorgehensweise

Zu den Personen:

Simone ist eine Erzieherin mit Kindern, die gerne in Ruhe einkaufen möchte. Damit der Einkauf kein Stressfaktor, sondern Entspannung im Alltag ist, haben wir den Markt in drei Teile aufgeteilt: Einkaufsabteilung, Café mit Spielecke und Gewächshaus. Simone kann entscheiden, ob sie ihre Kinder im Café beim Betreuungspersonal lässt oder sie mitnimmt. Beim Einkaufen muss sie keinen Wagen mitnehmen, da sie alle Artikel sofort einscannt und auf ein Förderband stellt. Dieses Band läuft an der Außenwand entlang und befördert die Waren Richtung Kasse. Technisch gesehen erhält jeder  Kunde eine Codierung in Form einer Farbe. An der Kasse werden die Artikel von unserem Sortierroboter (mithilfe von LEGO Spikes) nach den Farben sortiert und in Kisten geschoben. Simone holt am Ende einfach ihre vorbereitete Kiste ab. Der Vorteil ist der Verzicht auf Einkaufswagen, wodurch mehr Platz und weniger Hektik in den Regalgängen entsteht.

Dieser Mechanismus kommt auch Alma zugute. Da sie einen Rollstuhl nutzt, ist sie auf breite Gänge und Barrierefreiheit angewiesen. Da heute nur rund 10 % des Einzelhandels barrierefrei sind, haben wir unsere Regale so designt, dass sie ganz unten und ganz oben keine Fächer haben. Stattdessen werden dort unter künstlicher Beleuchtung Kräuter angepflanzt. Die Fächer beginnen erst ab einer Höhe von ca. 50 cm und sind so konzipiert, dass die Artikel nach vorne rutschen, sobald das vorderste Produkt genommen wird. Zudem ist der gesamte Markt ebenerdig gebaut und bei der Haupt-Tür haben wir uns für eine Drehtür entschieden, was Heizkosten spart und die Barrierefreiheit gewährleistet.

Durch den achteckigen Aufbau mit fünf Regalen Richtung Mitte sind die Artikel in Kategorien sortiert: Obst & Gemüse (hellgrün), Backwaren (gelb), Kühlprodukte (blau), Snacks (rot) und Getränke (grau). Diese Farben finden sich an Wänden und Regalen wieder. Im Backbereich gibt es zudem Hellgelb und Dunkelgelb für vegane oder glutenfreie Produkte. Für Blinde haben wir Symbole auf dem Boden und Riffelungen am Regal angebracht, weil wir nicht möchten, dass es irgendjemanden gibt, der bei uns nicht einkaufen könnte.

Dies entspricht auch den Anforderungen von Elias, der sich intuitiv zurechtfinden möchte. Durch die farbliche Einteilung wird dem Kunden sofort klar wo man etwas zu suchen hat. Sollte man dennoch etwas nicht finden, kann man in der App nach dem Artikel suchen und sich das Regal anzeigen lassen. Von außen ist das Gebäude hellgrün gestrichen, was es im Sommer kühl hält und nachhaltig wirkt. Zudem haben wir auch neben das Gebäude Bäumchen platziert, um Nachhaltigkeit mit modernem Design zu vereinen.  Eine der Außenwände ist für Freikünstler (z. B. Graffiti) zugänglich, um Raum zu schaffen, in dem sich solche Menschen austoben können. Zwei Glaswände am Eingang sorgen für modernes Erscheinen und nutzen natürliches Licht, um Strom zu sparen. An das achteckige Design schließen sich auch Café und Gewächshaus platzsparend und modern an.

Herausforderungen

Wir hatten einige Ideen, die in der Praxis scheiterten. Ursprünglich wollten wir Lichter mit Bewegungsmeldern verbauen, um Strom zu sparen. Dabei hatten wir jedoch nicht bedacht, dass kaum ein Kunde einen Supermarkt betritt, wenn das Licht beim Hineinschauen ausgeschaltet ist.

Auch die Idee automatisierter Robotergreifarme haben wir verworfen. Ein Greifarm ist bei frischem Obst oder weichen Backwaren oft unpraktisch. Zudem möchten Kunden meist selbst auswählen, welches Produkt sie genau mitnehmen.

Die Hauptherausforderung war das Zeitmanagement. Durch die intensiven Skizzen und Recherchen hatten wir erst spät mit dem Bau angefangen. Doch durch einen ordentlichen Endspurt und viel gemeinsame Arbeit konnten wir das Fundament für unseren Food-Connect-Markt erfolgreich legen. Einige Elemente müssen natürlich noch verfeinert werden.

Kleine Herausforderung war auch die Grenze von 1000 Wörtern beim Beitrag… 

Zusammenfassung

Alles in allem haben wir unser Konzept in diesem Spieltag wirklich ausgearbeitet und technische Elemente wie die Sortiermaschine eingebaut. Nach dem Rohbau haben wir uns um die Details gekümmert und viel mit 3D-Programmen entworfen. Durch einen technischen Ausfall unseres 3D-Druckers konnten wir die Hauptregale noch nicht drucken, ein Foto des fertigen Designs haben wir allerdings angehängt. Dennoch sind wir mit dem Fortschritt zufrieden!

Im Endeffekt stand für uns die Hauptthese fest: Wir möchten die Menschen „connecten“ und nicht „disconnecten“. Wir sind überzeugt, dass modernes, nachhaltiges Design und praktische Einrichtung genau das ermöglichen.

 

Quellen:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/supermarkt-roboter-100.html

https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/supermarkt-einkaufen-ohne-kasse-100.html

https://verbund.edeka/presse/pressemeldungen/f%C3%BCr-mehr-barrierefreiheit-beim-einkaufen.html

https://www.ladenbau.de/ratgeber/supermarkt-der-zukunft-so-shoppen-wir-2050/?srsltid=AfmBOor63aWvO6JKAIJ1NAox_B40sO_wUgyVSBbI8H0d75AV-jt6D-o5

https://www.joyn.de/bts/serien/galileo/news/willkommen-im-supermarkt-der-zukunft-das-ist-die-einkaufs-welt-von-morgen-mit-robotern-und-co-1618

https://bestellservice.aktion-mensch.de/assets/files/AM_5M21_Barrierefreiheit_fuer_alle_Brosch_A5_bf_1728371942_2024-10-08-071902_mwgh.pdf

https://www.haus.de/bauen/glasfassade-37667

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/sonntagsoeffnungszeiten-geschaefte-konkurrenz-100.html

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/einzelhandel-homeoffice-ausgaben-100.html

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