Spieltag 2 – The Final BrainCell

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Spieltagsaufgabe und Ziele

Der zweite Spieltag dreht sich um die Gestaltung des Marktes. Dabei sollen wir nicht nur das Design unseres Marktes klären, sondern auch, wie unser Markt organisiert werden soll. Uns ist außerdem wichtig, unsere technische Umsetzung mit sozialen Komponenten zu vereinen. Besonders wichtig sind dabei die Wünsche der Personas: Simone, Alma und Elias.

Zuerst haben wir eigene Ideen gesammelt. Gleich zu Beginn haben wir festgelegt, dass unser Markt auf erneuerbare Energie betrieben werden soll und wir versuchen wollen, den CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.

Außerdem haben wir uns früh darauf geeinigt, dass wir keinen reinen Platz zum Einkaufen schaffen möchten, sondern einen Ort, an dem sich Menschen treffen und gemeinsam die Zukunft gestalten können. Wir merken im Alltag immer wieder, wie durch soziale Medien und die Corona-Pandemie menschlicher Kontakt zunehmend fehlt und unsere Gesellschaft vereinsamt.

Auch bei der Gestaltung unseres Sortiments ist uns die Nachhaltigkeit unserer Produkte ein wichtiges Anliegen. Dabei wollen wir uns vor allem darauf konzentrieren, keine langen Lieferketten zu schaffen. Deshalb wollen wir uns informieren, welche Produkte wir im Laden selbst anbauen können und welche wir aus unserer unmittelbaren Umgebung beziehen.

Uns sind zudem die Wünsche unserer Kunden wichtig.

Simone wünscht sich als Mutter von zwei Kindern und Erzieherin einen familiengerechten Markt. Für sie wollen wir breite Gänge und eine entspannte Atmosphäre schaffen, damit das Einkaufen mit Kinderwagen nicht noch stressiger wird. Außerdem können wir eine Kinderbetreuung in unserem sozialen Raum integrieren.

Alma ist als Rollstuhlfahrerin auf Barrierefreiheit angewiesen. Auch für sie sind unsere breiten Gänge entscheidend. Unsere Ladenfläche wird ebenerdig gestaltet, andere Stockwerke werden über einen Fahrstuhl erreichbar sein. Zusätzlich passen wir die Höhe der Regale anpassen, um ein freies Raumgefühl zu schaffen, das Kunden weniger einengt.

Elias ist Innenarchitekt und wünscht sich einen logischen Aufbau sowie ein modernes Aussehen.

Vorgehensweise

Unsere Ziele lassen sich in fünf Kategorien einteilen: Design, Sortiment, Nachhaltigkeit, sozialer Raum und Barrierefreiheit. Außerdem befassen wir uns mit dem Bau des Modells und der Organisationsform.

Das Design soll modern, aber nicht futuristisch wirken. Für die Fassade planen wir eine organische Form. Farblich lassen wir uns von der Natur inspirieren, um eine beruhigende Atmosphäre zu schaffen, in der Kunden gern einkaufen. Unsere Farbpalette besteht aus Beige, Terrakotta und Salbeigrün. Im Innenbereich sorgen tiefe Regale für Übersichtlichkeit. Die Anordnung der Produkte orientiert sich an konventionellen Supermarktstrukturen, damit sich Kunden schnell zurechtfinden. Auf überladene Kassenbereiche verzichten wir bewusst, da wir die sogenannte „Quengelzone“ für unmoralisch halten.

Für das Sortiment haben wir uns angeschaut, welche Lebensmittel wir effizient anbauen können. Besonders spannend fanden wir die Aquaponik, welche Fischzucht und Pflanzenanbau ohne Erde verbindet. Das Wasser aus einem Fischbecken wird über Muscheln gefiltert und anschließend zum Gemüse geleitet. Das entstehende Ammonium wirkt wie Dünger, so verzichten wir auf schädliche Chemikalien und sparen Wasser. Unser restliches Frische-Sortiment (Obst, Gemüse und tierische Produkte) wollen wir von lokalen Bauern beziehen. Tierische Produkte sollen dabei einen kleineren Anteil ausmachen, da selbst lokale Tierhaltung eine hohe Umweltbelastung mit sich bring.

Weiter wollen wir unsere Nachhaltigkeit durch Photovoltaik Anlagen auf unserem Laden ausbauen. In unserem Modell möchten wir dazu gebrauchte Gartensolarleuchten upcyceln. Energetisch orientieren wir uns am EcoCommercial Building Programms (ECB) und streben eine möglichst hohe Effizienz an.

In unserem sozialen Raum soll neben der Kinderbetreuung auch ein Raum für Club-Treffen, Kurse oder ein kurzes Entkommen des Alltags geschaffen sein. Wir denken da an eine kleine Küche, für Ernährungskurse, viele bequeme Sitzmöglichkeiten, eine Bücher-Tausch-Box und eine Spielecke für Kinder. Damit dieser Raum für Ruhe sorgt, wird er vom Laden getrennt und im Obergeschoss untergebracht.

Die Barrierefreiheit dabei gewähren wir durch einen Fahrstuhl. Breite Gänge (150cm statt des Mindestmaßes von 90cm) verhindern enge Situationen. Die Höhe der Regale halten wir nicht nur für Rollstuhlfahrer niedrig, sondern auch beispielsweise für Kleinwüchsige. Auch hier planen wir vor erst eine Höhe von 150cm, die aber noch angepasst wird. In Kombination mit einem Regal-System, welches Produkte auf jeder Höhe erreichbar macht.

Für unser Modell planen wir den abgebildeten Aufbau. Wir wollen uns hauptsächlich auf den 3D-Druck konzentrieren, legen uns jedoch nicht fest, da wir an der Junior-Uni Zugang zu verschiedenen Materialien haben, die wir nutzen wollen, um keine neuen Rohstoffe verbrauchen zu müssen.

Die Organisationsform lässt sich am besten als „Gemeinwohlorientierter Regionalmarkt“ beschrieben, da unser Fokus auf sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeit liegt. Wir haben uns gegen einen Unverpackt-Laden entschieden, um Hygienevorschriften leichter einhalten zu können und den Transport zu vereinfachen. Stattdessen wollen wir ein neues Ladenkonzept entwickeln, welches bestehende Formen sinnvoll vereint.

Herausforderungen

Besonders Probleme hat uns die Gestaltung des Modells bereitet. Wir hatten viele Ideen, die wir gern alle umgesetzt hätten, allerdings fehlen uns dafür Zeit und Mittel. Wir mussten uns auf die Grundpfeiler unseres Projektes einigen, um uns nicht in endlos langen Utopien zu verlieren. Zusätzlich haben einige schulische Veranstaltungen den Bau verzögert. Nun planen wir, konsequenter vorzugehen. Rückblickend können wir jedoch sagen, dass es uns gelungen ist, ein klares und umsetzbares Konzept zu entwickeln.

Zusammenfassung

Wir konnten aus der Bearbeitung der Spieltagsaufgabe viele Lehren ziehen, die für den weiteren Verlauf des Wettbewerbs und unsere Zusammenarbeit hilfreich sein werden. Trotz langen Diskussionen über die Ideen und Umsetzung sind wir zu einem überzeugenden ersten Modell gelangt. Dabei haben wir die Wünsche der Personas berücksichtigt und versucht, unseren Supermarkt so gut wie möglich an ihre Bedürfnisse anzupassen. Während der Bearbeitung haben wir darauf geachtet, genügend Raum für weitere Personas in den folgenden Spieltagen zu lassen. Besonders wichtig war uns, die Bereiche, die uns am Herzen liegen, heißt Nachhaltigkeit, Soziales und Innovation, in einem Markt vereinen.

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